Die Helden des Alltags

Der Applaus für manche Berufsgruppen war laut zu Beginn der Corona-Krise: Zum Beispiel für die Angestellten in den Supermärkten, die kaum mehr mit dem Nachräumen der Regale zusammengekommen sind. Für die Landwirte, die den Grundstein für unsere Versorgung mit Lebensmitteln legen. Für die Menschen, die in Gesundheitsberufen tätig sind. Es wurde uns wieder bewusst, wie wichtig diese Tätigkeiten sind, um unsere Gesellschaft am Laufen zu halten.

Ein paar Monate später ist dieses Bewusstsein schon wieder in den Hintergrund getreten, der Applaus verhallt. Im Supermarkt gibt es wieder genug Klopapier für alle, Lebensmittel werden bei Aktionen zu Schleuderpreisen verkauft, Pflegekräfte aus Osteuropa wurden eingeflogen, um dem drohenden Pflegenotstand zu entgehen.

Doch eigentlich sollten wir es besser wissen. Und danach handeln. Corona ist auch eine Chance, nur ergreifen müssen wir sie. Gefordert sind wir dabei alle: Die Politik muss zukunftsfähige Rahmenbedingungen schaffen. Und jeder von uns kann mit seinem Konsumverhalten Einfluss auf die eingeschlagene Richtung nehmen. Das wäre den Helden des Alltags wohl wichtiger, als für kurze Zeit beklatscht zu werden.

Mag. Michael Enzenhofer