Umdenken oder ein Schlag ins Wasser?

Noch ist sie frisch: Die Erinnerung an den Höhepunkt des Corona Lock-Downs mit den Ausgangsbeschränkungen, den geschlossenen Gasthäusern und Cafés und dem ganz speziellen, manchmal irrationalen Einkaufsverhalten für Güter des täglichen Bedarfes.

In diesen Tagen wurde fast gebetsmühlenartig die Bedeutung einer funktionierenden Grundversorgung, von regionalen Lieferketten und des Kaufmannes oder Bäckers um die Ecke beschworen. Schlagartig wurde bewusst, dass die viel zitierte Globalisierung so ihre Pferdefüße hat und einer leistungsfähigen Wirtschaftsstruktur vor Ort in vielen Bereichen nie und nimmer das Wasser reichen kann.

Vor diesem Hintergrund und der nun wieder wahrnehmbaren Normalität wird sich jetzt zeigen, wie ernst es uns mit den „Krisen-Schwüren“ tatsächlich ist. Zumal jeder von uns mitentscheidet, wie sich das wirtschaftliche Leben in der Zeit nach Corona darstellen wird. Sind wir bereit, den in der Krise geborenen Erkenntnissen auch in besseren Zeiten Platz zu geben?  Oder geht‘s ruckzuck wieder zur „Geiz ist geil“-Mentalität zurück? Die diesbezügliche Nagelprobe kommt - und mit ihr die Offenbarung, ob es tatsächlich ein Umdenken gibt oder alles nur ein Schlag ins Wasser war.

Bernhard Haudum